Holzhaus „Casa Capriata“
Design und Funktionalität durch die klassische Rundnoppe
" Es sollte ein Design zum Einsatz kommen, das heute ein echter Klassiker ist: die Hohlkehl-Rundnoppe. "
Kautschukboden: Seiner Zeit voraus
Der Turiner Architekt Carlo Mollino stellte die Entwürfe der „Casa Capriata“ 1954 auf der 10. Triennale in Mailand vor. Gebaut wurde das Haus jedoch erst rund 60 Jahre später an der Bergstation des Weißmatten-Lifts. Das Projekt greift die innovativen Entwürfe Mollinos auf – von der Architektur bis zur Innenausstattung. Bei der Realisierung ging es darum, seine gestalterischen Vorstellungen mit zeitgemäßen Materialien umzusetzen. Zum Einsatz kam unter anderem der Kautschukboden Zero.4 von ARTIGO.
Carlo Mollino war Architekt, Möbeldesigner, Fotograf und Kunstflieger. Er schrieb Bücher, fuhr Auto- und Skirennen und entwarf Rennwagen, Mode sowie Bühnenbilder. Bei der 10. Triennale in Mailand präsentierte er 1954 die Entwürfe für die „Casa Capriata“: ein schwebend wirkendes, dreieckiges Holzhaus, das seine Auseinandersetzung mit der traditionellen Architektur im Kanton Wallis widerspiegelt. Zeichnungen aus den Jahren 1929 und 1930 dokumentieren sein frühes Interesse an den Holzhäusern des Aostatals.
Charakteristisch für Mollinos Arbeit war sein Verständnis von Architektur als Gesamtkunstwerk. Entsprechend plante er auch die Innenausstattung seiner Gebäude und entwickelte dazu passende, teilweise multifunktionale Möbel.
Auch bei Möbeln und Innenausstattung experimentierte Mollino mit neuen Materialien und Formen. Als Bodenbelag waren Gummiböden des italienischen Herstellers Pirelli vorgesehen. Zum Einsatz kommen sollte ein heute klassisches Design: die Hohlkehl-Rundnoppe.
Die Planer wandten sich an ARTIGO, ein Unternehmen mit Wurzeln in der Pirelli-Gruppe und spezialisiert auf Kautschuk-Bodenbeläge. Die Hohlkehl-Rundnoppe ist bis heute unter der Bezeichnung BS Classic im Sortiment vertreten. Für die Casa Capriata wurde jedoch ein Bodenbelag gesucht, der Mollinos Gestaltungsideen mit einer zeitgenössischen Formensprache verbindet. Die Wahl fiel deshalb auf Zero.4, den das Architekturbüro Sottsass Associati 2007 für ARTIGO entwickelte.
Ein Klassiker, neu interpretiert: die Rundnoppe
Ausgehend von der klassischen Rundnoppe entwickelten die Mailänder Designer – noch unter Mitwirkung von Ettore Sottsass – ein modifiziertes Design und interpretierten das Motiv neu. Die unregelmäßige Verteilung unterschiedlich großer Kreise erinnert an das Bild von Regentropfen auf einer Wasseroberfläche.
Zero.4 wurde unter anderem mit dem iF design award und dem red dot award: product design ausgezeichnet. In der 2014 fertiggestellten „Casa Capriata“ wurden rund 150 Quadratmeter Zero.4 in Schwarz verlegt. Die dynamisch wirkende Oberfläche bildet einen Kontrast zum natürlichen Holz der Wände und Decken. So treffen in der Innenraumgestaltung zwei unterschiedliche gestalterische Ansätze aufeinander – die Architektur Carlo Mollinos und das Design von Sottsass Associati.
Design und technische Eigenschaften
ARTIGO Kautschukbeläge verbinden unterschiedliche Dekore und Farbausführungen mit produktspezifischen technischen Eigenschaften. Zero.4 verfügt über die Oberflächenbehandlung TXL. Die Oberflächenverdichtung durch Postvulkanisation erhöht die Dichte des Materials und unterstützt die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche.
Die geringe Porosität der Oberfläche kann die Verschmutzung reduzieren und die Reinigung erleichtern. Damit bietet Zero.4 Eigenschaften, die insbesondere bei der Nutzung und Pflege des Bodenbelags relevant sind.
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